Die Vogelwelt an den Teichen in der Wieseckaue

Die Teiche in der Wieseckaue zeichnen sich im Hinblick auf die Avifauna durch einen großen Artenreichtum aus. In über 20 Jahren regelmäßiger Zählungen konnten hier annähernd 150 Vogelarten feststellt werden (Jürgens unveröffentlicht). Zum Vergleich: im zwischen Heuchelheim und Gießen gelegenen Vogelschutzgebiet Lahnaue, wesentlich größer und weitaus diverser gestaltet, sind es ’nur‘ 220. Dabei gilt es zwischen Brutvögeln, Nahrungsgästen und Durchzüglern zu unterscheiden. Von den seit 1999 nachgewiesenen Arten brüteten 60 Arten an beiden Gewässern. Diese Arten stehen z.T. entweder auf der Roten Liste der bestandsgefährdeten Brutvogelarten Hessens (10. Fassung, Hrsg. HLNUG 2014, vormals HMUKLV) oder der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands (6. Fassung, DRV & NABU 2020). Der geplante Umbau des Schwanenteichs (Stichwort Projekt Bitterling) würde vor allem die an Wasser gebundenen Brutvögel betreffen. Von diesen wären vor allem Teichhuhn (Gallinula chloropus), Haubentaucher (Podiceps cristatus), Stockente (Anas platyrhynchos) und Höckerschwan (Cygnus olor), die alljährlich an den Teichen brüten, bedroht. Auch die seit 2013 in den Kastanien der Eichgärtenallee bestehende Kolonie des Graureihers (Ardea cinerea, siehe Beitrag Graureiherkolonie) wäre von den während des Umbaus zu erwartenden massiven Störungen betroffen. Eine Abwanderung der Kolonie steht zu befürchten.

Graureiher mit Nistmaterial

Bereits in den 1970er Jahren wurden große Ansammlungen des Teichhuhns am Schwanenteich festgestellt (siehe u.a. Vogelkundliche Jahresberichte des Kreises Gießen, Hrsg. Naturschutzbund Deutschland NABU, Kreisverband Gießen). Aktuell (Oktober 2021) finden sich bis zu 65 Teichhühner am Schwanenteich, die von der starken Ausbreitung der Kanadischen Wasserpest (Elodea canadensis) prfitieren. Dies gilt ebenso für die bis zu 15 Blässhühner.

Teichhühner am Nordostufer des Schwanenteichs am 10. Oktober 2021