Bäume und Sträucher – für uns lebenswichtig!

Weg zwischen Wieseck und Schwanenteich im Frühsommer
Uferweg im Sommer

Dieser Weg lebt! Wir haben ein Sommerbild gewählt weil Bäume und Sträucher in dieser Jahreszeit besonders wichtig sind. Wer an heißen Tagen hier entlang schlendert genießt die Erfrischung, die das Grün bietet. Die Bäume und Sträucher geben Schatten und besonders schaffen sie ein erholsames Mikroklima – hier wird viel Wasser, welches rechts und links reichlich vorhanden ist, verdunstet und so entsteht Verdunstungskühle. Das ist genau das was Menschen und Tiere an heißen Tagen brauchen. Erwähnt sei auch, dass das Grün Dreck aus der Luft herausfiltert, auch die Luft ist hier besser als entlang der nahe gelegenen Verkehrsstraßen.

Mit zunehmender Klimaerwärmung gewinnen solche Rückzugsmöglichkeiten immer mehr an Bedeutung. Glücklich schätzen können sich jene, denen an Tagen mit 30° C und mehr ein solches schattiges Plätzchen zur Verfügung steht. Ein solcher Rückzugsort ist der Weg zwischen Wieseck und Schwanenteich. Mit seinen Gehölzen erzeugt er ein wohliges Klima, erfreut das Auge mit seinem satten Grün und bietet für die dort Wandelnden einiges an interessanten Dingen, die es zu entdecken gilt. 

Solche Nischen haben nicht nur eine große ökologische Bedeutung sondern haben im Gesundheitssystem unseres Staates auch einen großen ökonomischen Stellenwert. Bäume dienen der Gesunderhaltung der Menschen. Wer das ignoriert, ist dumm – Informationen dazu stehen reichlich zur Verfügung (z.B.: Eckard von Hirschhausen als Experte des Deutschen Bundestages). Solche Plätze sind Prävention und Medizin für Alte, Kranke und Kinder – und uns anderen tut es auch gut, hier wieder einen kühlen Kopf bekommen zu können. 

Wie ein Alptraum nimmt sich dagegen der  Plan „Projekt Bitterling“ aus vom Amtsleiter des Gartenamtes,  Thomas Röhmel , der einen Kahlschlag genau dieses Vegetationsstreifens beabsichtigt: ( hier finden Sie das Dokument in unserer Ablage  ) ( mehr zum Bitterling finden Sie auf unserer Seite „Bitterling und Schwanenteich“ )

 

Entnommen einer PowerPoint-Präsentation des Thomas Röhmel im Bauausschuss am 14.09.2021 (Seite 24)

Der Weg soll nach Vorstellung des Röhmel und der für das Gartensamt zuständigen „grünen“ Stadträtin Weigel-Greilich völlig vegetationslos werden. ( Entnommen den Planungsunterlagen der Stadt Gießen; leider ist diese Graphik nur sehr schlecht aufgelöst, aber die wesentliche Information – der Weg vegetationslos – ist deutlich erkennbar; entstanden als Screenshot der Seite 16 des Dokumentes „Projekt Bitterling“

Die Abholzung sollte bereits 2012 umgesetzt werden, doch war der Widerstand der Stadtbevölkerung so groß, dass das Vorhaben durch das Bürgerbegehren der Bürgerinitiative „Rettet den Schwanenteich“ gestoppt werden konnte. Auch das trug dazu bei, dass die Landesgartenschau 2014 landesweit in die Kontroverse geriet; der Hessische Rundfunk berichtete mehrfach (und in der Folge blieben die Besucherzahlen auch weit hinter den Erwartungen zurück).

Bäume und Sträucher auf dem Weg sollten einer Vision von „Blickachsen“ weichen; als Argument wurde das Narrativ verbreitet, der Schwanenteich werde auslaufen (siehe dazu auch unsere Seite „Der Schwanenteich läuft aus„) wenn nicht radikal sämtlicher Bewuchs beseitigt werde.

Mit dem Bürgerbegehren wurde dieses Vorhaben gestoppt und ein mehrjähriges Moratorium erreicht. Leider ist das Moratorium ausgelaufen und leider sind auf der Seite der Stadtverwaltuung immer noch die gleichen Kräfte – die damalige Bürgermeisterin und heutige Stadträtin Weigel-Greilich und Gartenamtsleiter Thomas Röhmel – im Amt. Es ist unserer Meinung nach an der Zeit, die Personaldebatte zu eröffnen und an die Spitze von Gremien und Verwaltungseinheiten Menschen zu stellen, die Perspektiven finden, wie wir mit intelligenter Investitionslenkung das behalten können, was wir jetzt noch haben und gleichzeitig Neues schaffen können, was uns hilft, als Stadtgesellschaft die Klimaveränderungen zu überleben. Plänen, die heute abholzen wollen und dann versprechen, an anderer Stelle wieder aufzuforsten, halten wir entgegen: Bäume brauchen 50 bis 100 Jahre, um überhaupt „Baum“ zu werden! Wir brauchen jedoch Antworten für das nächste und übernächste Jahr und dieses und das nächste Jahrzehnt.