Archiv: Reparieren bedeutet: „Wasserwegsamkeiten unterbinden und verfüllen, Weg und alle Vegetation erhalten“

Die Vernunft sagt: Erhaltet die Vegetation am Schwanenteich, Bäume und Sträucher sind ein wichtiger Teil dieses Biotops. Sie binden CO2, geben Schatten und liefern durch das Verdunsten des reichlich vorhandenen Wassers angenehme Kühle. Das sind hohe Werte in der Zeit des rasanten Klimawandels. Aber was ist der Preis für den Erhalt der Vegetation? Droht dann wirklich der Schwanenteich auszulaufen? Nein, wir meinen, dass eine Reparatur an dieser Stelle möglich ist, die den Erhalt des Dammes in seiner Gänze ermöglicht.

Reparieren

Folgendermaßen könnte eine Reparaturarbeit durchgeführt werden z.B. an der Stelle, die wir weiter unten unter „Schadenaufnahme“ genauer anschauen.

In ca. 1 Meter Abstand vom Teichufer beginnt eine erste Grabung quer zur Wasserwegsamkeit mit dem Ziel, den Wasserfluss zu unterbinden. Ist die Ursache eine große Wurzel (oder war aus sonstigem Grunde ein Hohlraum entstanden), ist dann quer zum Weg Schritt für Schritt weiter zu graben, ggf. sind Wurzelreste zu entfernen. Nun ist eine Verfüllung vorzunehmen, die verdichtet wird – so fest es geht . Am Schluss (besser: etwas später) kann dann auch der teichseitige Abschnitt der Wasserwegsamkeit aufgegraben und nachgedichtet werden. Im Falle einer großen Wasserweg­samkeit schlage ich vor, teichseitig mit Faschinen – Technik (Setzen einiger Holz­pfosten, verlegen von Faschinen, Füllmaterial einbringen) ein Art „Pflaster“ vor der Böschung anzubringen.

Als Ergänzung dazu noch: Irgendwann – 2008, 2009, 2010 ? – hatte es im oberen Bereich des Weges, mehr dem Nordende zu, einen ca. 50 bis 70 cm tiefen Einbruch gegeben: Dort war wohl ebenfalls ein Hohlraum entstanden. Der wurde umgehend verfüllt, der Weg war nach zwei Tagen wieder offen und er ist dort bis heute stabil. Unseres Erachtens ist das ein Beleg, dass Verfüllungen im Weg haltbar sind

„Wasserwegsamkeit – Wasserwegsamkeiten“

Wie oben klar wurde: Wir verwenden ab jetzt auch die Begriffe „Wasserwegsamkeit“ bzw. in der Mehrzahl „Wasserwegsamkeiten“.

Wir hatten die Gelegenheit, am 07.07.2022 gemäß § 3 des HUIG Einsicht in Gutachten des Gartenamtes von 2011, 2021 und 2022 nehmen zu können. In diesen Gutachten wird dieser Begriff verwendet und ist so auch in unseren Wortschatz gewandert.

Schadensaufnahme

Schauen wir uns jetzt die Situation noch etwas genauer an. Es ist Fakt, dass der Uferweg undicht geworden ist. Wir dokumentieren das mit diesem Video vom 04.01.2022. Zu jener Zeit hatte es in Gießen erhebliche Niederschläge gegeben und der Schwanenteich – er dient aus Regenauffangbecken – hatte maximalen Wasserstand. Da war wirklich beeindruckend, was durch den Weg lief, schauen Sie selbst.

Es ist vollkommen klar, dass hier etwas unternommen werden muss und es ist sensationell, dass auch dieser Strom nicht ausgereicht hat, den Uferweg substantiell zu gefährden – auch an dieser Stelle ist er (Stand Juli 2022) noch stabil. Doch im Gegensatz zu Verlautbarungen seitens der Stadtverwaltung sind wir der Meinung, das die Wiederherstellung mit einer punktuellen Reparatur möglich ist.

Ursachenforschung

Wir sind ziemlich sicher, dass die Ursache dieses Lecks durch das Versäumnis entstanden ist, nach Fällung einer Weide auf dem Uferweg auch die Wurzeln aufzugraben. Unser Dokument entstand 2011, kurz nachdem der Baum gefällt worden war. Im Laufe der Zeit sind die verbliebenen Wurzeln geschrumpft, das Wasser ist in die entstehende Höhlung gedrungen und hat sich im Laufe der Zeit, dem Gefälle folgend, den Weg quer durch den Uferweg bahnen können.

Reste einer Weide, 2011

Mit dieser Analyse der Situation ist auch zu erkennen, wie der Schaden repariert werden kann. Die Wurzelreste sind aufzugraben, dann ist die Aufgrabung gut zu verfüllen und am Schluss gut zu verdichten.

Im Bereich des Standplatzes der Weide gibt es insgesamt zwei Leckagen, eine größere (die oben dokumentiert ist) und eine kleinere; auf der gesamten Länge des Uferweges kommen wahrscheinlich noch ein oder zwei kleinere hinzu.

Schadensbewertung

Wir gehen davon aus, dass die Gesamtzahl der Wasserwegsamkeiten relativ klein ist. 2016 hatte das Gartenamt eine Untersuchung durchgeführt (siehe „Untersuchung der Wasserwegsamkeiten“ ), aus welcher wir schließen, dass es ca. 5 sind. Diese waren von den Mitarbeitenden des Gartenamtes farblich markiert worden. Die hier genauer beschriebene Wasserwegsamkeit ist die mit Abstand größte, die anderen sind kleiner.

V.i.S.d.P.: Wilhelm Pastoors